
Sonntag, 14. März 2010, 17 Uhr
Joseph Haydn
Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze (op. 51)
1785 hatte Haydn aus dem andalusischen Cádiz den Auftrag zu einer Musik für die Karwoche erhalten und eine der ungewöhnlichsten Passionsmusiken geliefert, die je komponiert wurden: sieben langsame Sätze über das Leiden Jesu am Kreuz, abgeschlossen durch ein wild tosendes Erdbeben.
Haydn äußerte sich damals selbst zu der Aufgabe:
„Ein Domherr aus Cadiz bat mich, ein Instrumentalwerk über die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze zu komponieren. Damals war es üblich, jedes Jahr in der Kathedrale zu Cadiz während der Fastenzeit ein Oratorium aufzuführen. Nach entsprechendem Vorspiel bestieg der Bischof seinen Stuhl, sprach eines der sieben Worte und kommentierte es. Anschließend stieg er wieder herab uns stellte sich davor. Diese Zwischenspanne wurde mit Musik gefüllt. Und so bestieg der Bischof den Stuhl ein zweites, ein drittes Mal und so fort, und das Orchester spielte jedes Mal am Ende der Predigt. Im meinem Werke hatte ich diesen Umstand zu berücksichtigen. Die Aufgabe bestand darin, sieben aufeinanderfolgende Adagi zu je etwa zehn Minuten zu schreiben, ohne dass es der Zuhörer eintönig empfände, und es war kein leichtes“. Soweit Haydns Kommentar.
Die ihm gestellte Aufgabe, den Ablauf der letzten Stunden Christi unter Verzicht auf die menschliche Stimme mit ausschließlich instrumentalen Mitteln zu gestalten, ohne dabei ins Malerisch-Illustrative zu verfallen, hat Joseph Haydn auf bewundernswerter Weise gemeistert. Zwischen der eindrucksvollen dramatisch gespannten Einleitung und dem
in gewaltiger Tonmalerei dargestellten Erdbeben im Schlusssatz sind sieben Sonaten mit einander kontrastierende Darstellungen eingespannt. Jede davon mit einfachsten Mitteln gearbeitet und weitgehend homophon gehalten und dennoch dank des stets „sprechenden“ Charakters der Musik von einer unerhörten Tiefe des Ausdrucks.
Mit Recht durfte Haydn sich rühmen, die sieben Worte seien durch seine Musik dergestalt ausgedrückt, "dass es dem Unerfahrenen den tiefsten Eindruck in seiner Seele erweckt".
Das Collegium Instrumentale Saarbrücken wurde 1974 von Studierenden der Musikhochschule des Saarlandes gegründet und hat seit Beginn den Anspruch, die Freude am Musizieren mit einem hohen musikalischem Niveau zu verbinden.
Unter wechselnden Dirigenten und mit professionellen Solisten wurde ein umfangreiches Repertoire erarbeitet, das Werke aller Epochen umfasst.
Die zahlreichen Konzerte im Saarland und der angrenzenden Region haben das Orchester zu einer kulturellen Institution gemacht.
Die Haydn-Komposition wurde unter dem Dirigat von Helmut Haag erarbeitet, unter dessen Leitung das Konzert auch steht.
Freuen Sie sich schon auf die weiteren Konzerte unserer diesjährigen Reihe!
Im SOMMERKONZERT
am 13. Juni sind ausschließlich Werke Johann Sebastian Bachs zu hören. Dabei passt besonders die A-Dur-Messe so richtig zu einem sommerlichen Konzert: durch die Tonart und die ungewöhnliche Besetzung mit zwei Traversflöten und Streichern - ohne Oboen – wird dem Werk ein Charakter heiterer Gelassenheit verliehen.
Außerdem ist die Motette
"Lobet den Herrn alle Heiden"
und das Brandenburgische Konzert No. 4 zu hören.
GEISTLICHE CHORMUSIK
erklingt am 19. September.
Zu Gast ist der LandesJugendchor Saar.
Nach seinem begeisternden Debut 2008 und zahlreichen hervorragenden Konzerten gastiert
der neugegründete LandesJugendchor Saar zum ersten Mal in St. Ingbert.
Das WEIHNACHTSKONZERT
am 5. Dezember bildet den Abschluss und gleichzeitig den Höhepunkt der diesjährigen Konzertreihe.
In dem Oratorium ´Die Geburt Christi` von
Heinrich von Herzogenberg erklingt erstmalig
in St. Ingbert die Weihnachtsgeschichte in der wunderbaren Vertonung des Brahms-Freundes.
Neben zahlreichen Ausführenden werden auch die Zuhörer durch Mitsingen der Choräle in das musikalische Geschehen mit eingebunden.
Einzelheiten
zu den Konzerten wie Anfangszeiten, Eintrittspreise, detaillierte Werkbezeichnungen, Mitwirkende u. a.
finden Sie auf der Seite ´Konzerte 2010`.